Wenn man so oft wie wir durch Strassen, Staedte, Parks, Gassen,...spaziert und Haeuser im japanischen Stil naeher besichtigt, entdeckt man einige Unterschiede zu unserer Vertrauten Umgebung zuhause.
Hier ein Einblick in die Unterschiede die mir bei unserer 2 Monatigen Reise durch Japan aufgefallen sind:
Das Haus:
Gleich mal zum wichtigsten Raum:
Das KLO ist so wie ich mir Japan generell vorgestellt hatte --> Future maessig. Bei meinem ersten Besuch in einem Japanischen WC, suchte ich vergebens nach einer Spuellung. Erst nach Erkundigung beim Klobesitzer wusste ich was zu tun war. Ein Display links an der Wand zeigte mir die Moeglichkeiten auf, was man mit einem Klo so alles machen kann. Je ein Knopf fuers grosse und kleine Geschaeft, Brillenheizung (sehr empfehlenswert!), Knoepfe fuer Popo Reinigung per Wasserstrahl und Foen und manchmal ist ein spezial Knopf vorhanden der "Pups" Gerausche durch ein imitiertes "Lulu" Gerausch vertuschen laesst.
SCHLAPFEN sind so gut wie Standardmaessiger Bestandteil eines WC-Raumes. Also, auch wenn du im sonstigem Haus Schlapfen oder dergleichen traegst, tauscht du sie bei der Tuerschwelle gegen die in Japan so beruehmt beliebten WC-Schlapfen aus. Wenn du maennlich und kein Lilliputaner bist, kannst du davon ausgehen das deine Fersen keinen Platz darauf finden.
Sehr Unterschiedlich ist das BAD und deren Benuetzung. Die Baeder sind hier wie eine Art Nasszellen aufgebaut und beinhalten eine Wanne (meist kuerzer, davuer tiefer), einen Duschkopf und einen Spiegel vor einem kleinem Hocker. Man koennte glauben, das man in der Kinderabteilung gelandet ist. Zuerst schrupt man sich intensivst mit viel Seife auf dem mini Sessel, und erst danach steigt man entweder in die Wanne und entspannt oder erklaert das ganze fuer beendet.
KOTATSU - ein sehr niedriger (ca. 30cm hoch) Tisch mit einer elekr. Heizung auf der Unterseite der Tischflaeche. Darueber wird eine ca. 2x2m grosse spezial Decke gelegt die verhindert das die Waerme austritt. Man sitzt auf dem Boden und streckt seine Beine darunter. Ganz typisch japanisch und bald auch ganz sicher in der Antoniusgasse 31 (also wer sich bei meiner tollen Beschreibung darunter nichts Vorstellen kann, kann ja mal auf einen Probe-Sitz vorbeikommen!)
niedrige TUEREN - in allen meiner 3 Wwoofer-Unterkuenfte gab es Tuerschwellen die mich zum buecken zwangen. Ich weiss nur eins - umso aelter das Haus desto niedriger die Tueren! Manchmal war meine Freude ueber eine ueberlistete Tuerschwelle nur von kurzer dauer, da ich an der naechsten schon wieder anrann.
Essen und Drinken:
Das ESSEN und die ESSKULTUR sind fuer mich eines der Interesantesten und Erstaunlichsten Phaenomene Japans. Nicht nur weil ich "Running-Shushi" liebe und gerne mit den sogenanten "Hashis" (die 2 Stangerl) esse, sondern auch weil ich immer wieder gespannt bin was fuer neue Sachen beim naechsten Essen auf mich warten. In unserem gesamten Japan Aufenthalt ist kein Tag vergangen ohne etwas neues teils ungewoehnliches gekostet zu haben.
Nicht zu glauben ist wie oft sie Reis essen. Meine 2 Monatigen Erfahrungen ergeben einen Schnitt von unglaublichen 2 mal pro Tag. Zirka 50% weissen Reis und 50% Vollkornreis. Komischerweise haengt er uns noch nicht beim Hals raus! Schmeckt hier viel besser als in Oesterreich.
Viele kleine Schusseln beherschen die Tischoberflaeche. Zusaetzlich das das Essen oft in verschiedenen groesseren Schuesseln in der mitte des Tisches platziert ist, hat jede Person noch eine Schussel fuer die taegliche Miso-Suppe (die zwischendurch schluckweise eingenommen wird), eine fuern Reis, eine fuer die Beilagen und noch eine fuern Tee. Das ist die Standardvariante! Mein persoenlicher Rekord liegt bei 8 Schuesseln (in einem Restaurante). Das muss erst einmal wer schlagen.
Die Suppe wird bis auf sehr wenige Ausnahmen ohne Loeffel verspeist. Das heisst, feste Inhalte mit den Sticks rausfischen und den Rest aus der Schuessel wie einen Tee trinken. Bei Nudeln in Suppe darf auch geschluerft werden. Dafuer ist schneuzen am Tisch hoechst verpoennt. Damit hat Lija so ihre Probleme, weil ihr bei heisser Suppe immer die Nase zu rinnen beginnt.
Das Fruestueck haben wir auf 3 verschiedene Varianten kennengelernt. Bei unserem ersten Wwoofer-Host gabs Muesli oder Cornflakes mit Milch. Bei dem 2. Host bekammen wir selbstgemachtes Brot mit Honig, Marmelade oder sogar Kaese (letzters ist sehr selten in Japan - teuer). Die 3. Fruehstuecksvariante war die typisch japanische. Das heisst, wir bekamen im Prinzip das gleiche wie zu Mittag und Abends, wobei zusaetzlich ein Spiegelei oder einfach ein rohes Ei (das man sich einfach uebern Reis schlaegt) dabei war. Einmal haben wir Muschelsuppe bekommen, wo ich irrtuemlicherweise die Muscheln mitass die eigentlich nur fuern Geschmack waren. Naja, was solls! Ausserdem gabs auch manchmal Motchi (klebrige Reismasse, etwas eigenartig zu kauen), verschiedene Seegraeser aus dem Meer, Tintenfisch und viele andere Fischarten roh und auch nicht roh, Tofu, mini Shrims von Kopf bis Fuss,... Vor Beginn der Reise war ich eigentlich noch recht haglich was dieses ganze Meereszeugs betrifft, mittlerweile probier ich gerne alles was so im Meer rumschwimmt!
Den DURST stillen die Japaner fast ausschliesslich durch die vielen Suppen (die fast bei keiner Speise fehlen) und Tee. Das zweitere wird warm genauso wie kalt genossen. Groestenteils schmeckt mir der Tee sehr gut aber teilweise hat er auch einen recht gewoehnungsbeduerftigen nach Getreide schmeckenden Geschmack. Ich habe fast nie einen Japaner beim trinken eines stink normalen Glas Wassers erwischt. Aehnliches Verhalten habe ich auch beim trinken von Alkohol festgestellt. In allen unserer 3 Wwoofers-Familien wurde kaum Alkohol getrunken. Gestern abend war das erste und einzige mal das es Bier zum Dinner gab. Als meine erste Host-Mamas erfuhr das ich hin und wieder mal gerne ein Glaeschen Bier trinke wurde ich ab diesen Zeitpunkt taeglich mit kuehlem Bier versorgt. Zu meinem Bedauern war dieser Zeitpunkt erst ein paar Tage vor unserer Abreise!
Essen im RESTAURANTE ist immer ein Erlebniss. Es ist einfach alles anders. Will man gut essen, dann kommt es vor das man in einem extra Warteraum - ratet mal - ja genau - warten muss, bis ein Platz frei wird. In manchen Lokalen gibt es wiederrum Automaten wo man sich ein Essens-Ticktet kauft noch bevor man sich hinsaetzt. Sehr Positiv finde ich, das man eigentlich immer gratis Tee oder zumnindest Wasser bekommt so viel man moechte. Ich persoenlich bevorzuge Lokale im typisch Japanischen Stil wo man auf einem kleinem Polster auf dem Boden sitzt. Hat irgendwie einen besonderen Flair. Leider ist gerade in solchen Restaurante die Speisekarte oft nur auf Japanisch, was das ganze nicht so einfach macht weil auch nur selten jemand Englisch spricht.
noch ein paar Kleinigkeiten:
STROMKABELN - verlaufen alle uebererdig, auf vielen Masten durch Stadt und Land. Nicht grad eine Augenweide!
LINKSVERKEHR - Anfangs sehr gewoehnungsbeduerftig. Ansonsten verkehren hier uebrigens sehr gesittete Autofahrer.
Riesenrad PARKHAUS - Da es in den Staaedten sehr an Platz mangelt, haben sich die japaner diesbezueglich was ganz gewiftes ausgedacht. Sieht aus wie ein kleines Hotel (kleiner Grundriss dafuer recht hoch) ohne Fenster. Das Innenleben dieses Gebaeudes funktioniert nach dem Prinzip das Wiener Riesenrads (anstatt den Leuten faehrt halt ein Auto in die Kabine - eh klar!).
MUNDSCHUTZ - tragen hier manchmal Leute auf der Strasse. Sieht etwas eigenartig aus. Gruende: Schutz gegen Abgase, um sich nicht anzustecken (Krankheit) oder um andere nicht anzustecken. In Taiwan war das allerdings sehr viel weiter verbreitet. Da haben alle die in irgend einer Art mit Lebensmittel zu tun hatten, Masken getragen. Ich schaetze einfach aus hygienischen Gruenden.
ZEBRASTREIFEN - jaja ich weiss, sowas kennt ihr. Aber hier gibts ueberall dort wo viele Menschen sich tummeln zusaetzlich auch diagonal ueber die Strassen verlaufende Zebrastreifen. Zur Rushour sieht das ganz toll aus wenn wenn nach gruen werden der Ampeln die ganze Kreuzung uebersaeht ist mit lauter Menschen.
vollgestopfte ZUEGE - sind manchmal so voll, das ein uniformierter Bahnhofswaerter mit seinen feinen weissen Samthandschuhen die ganze Maenge im Wagon zusammendrueckt damit sich die Tueren schliessen lassen. Recht witzig anzuschauen!
2er Reihe auf dem BAHNSTEIG - durch Markierungen ist gekennzeichnet wo sich die Menschen am Bahnsteig anstellen muessen waehrend sie auf den Zug warten. Klappt herrvorragend!
RADFAHRER am Gehsteig - oohhh, wie ich die hasse! Da sich Fussgaenger und Radfahrer fast immer den Gehsteig teilen muessen kann man sich vorstellen wies da zugeht wenn von hinten und vorne staendig Radfahrer an dir vorbeizischen. Man muss immer auf der Hut sein um nicht uebern haufen gefuehrt zu werden.
Der "YOYOGI PARK" in Tokyo wird jeden Sonntag fuer viele Menschen zum musizieren und tanzen genutzt. Auf einem Weg steht alle 50 Meter (ohne Uebertreibung) eine Band mit Schlagzeug, E-Gitarren, Verstaerker,...und alles was halt dazu gehoert und gibt das beste von sich. Die meisten Bands spielen so in die Richtung Punk-Rock (zumindest an dem Sonntag als wir dort waren). Im restlichen Park verstraeut findet man ueberall musizierende und tanzende Menschen. Einen so lebhaften Park habe ich noch nie gesehen!
OUTFIT - ziemlich crazy! In manchen Stadtteilen Tokyos kam ich mir wie auf einer grossen Modeauffuehrung vor. Ueberall hohe elegante Stoeckelschuhe, kurze ausgefallene Roecke, stundenlang zurechtgelegte Frisuren, (fuer meinen Geschmack - zu) stark geschminkte Gesichter,... und mitten darunter zwei blonde oessis mit Leinenhosen und Sportschuhen!
"von hinten nach vorne und von rechts nach links" - so wird hier Buch gelesen.
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!! Alle Angaben sind ohne Gewaehr.
Sie beruhen ausschliesslich auf eigenen Erfahrungen !!
Mit diesen Zeilen beenden wir das Abenteuer Japan und begeben uns Richtung naechstes Ziel nach Thailand. Morgen gehts los!
さあが会路歩ふぉれ...auf Deutsch...Mochts as guat
Hannes